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1983 - Grundkonzepte PDF Drucken E-Mail
März 1983 Das Grundkonzept stand. Die Ingenieure konnten an die Arbeit gehen. Sie durften, ja sollten kreativ sein; eine lockere Überwachung sorgte dafür, daß sie sich nicht verrannten. Die Hardware- und die Softwaregruppe arbeiteten eng zusammen: Die ersten berücksichtigten bei ihren Entwürfen die Bedürfnisse der anderen, und die anderen bemühten sich, die Hardwarefähigkeiten voll auszunutzen. Das Ergebnis war, laut R.J. Mical, »eine kaum beschreibbare einheitliche Vision. Wir wollten nicht einfach eine schnelle Mark verdienen, sondern die Welt verändern. Wir versuchten, eine neue, aufregende Technologie zu realisieren und gleichzeitig diese Technologie dem einfachen Mann zugänglich zu machen.« Der Maßstab für »den einfachen Mann« war R.J.s Bruder Ron. »Wir benutzten immer Ron, der intelligent und technologiebewußt, aber in Sachen Computer damals total unwissend war, als Prüfstein: Wird das Ron gefallen? Wird Ron das verstehen können?« Da es noch keine fertigen Chips gab, wurde alles mit handelsüblichen Bausteinen auf einfachen Platinen und mit Programmen auf dem SAGE Computer (Codewort: »Zorro«) emuliert. Natürlich wurde viel herumexperimentiert, wobei manches Experiment zunächst verworfen aber nicht von den Platinen entfernt wurde. So kamen die Amigabesitzer später in den Genuß zweier Darstellungsmodi, die eigentlich nicht vorgesehen waren (und sogar auf Befehl von Commodore hätten entfernt werden müssen) - Halfbrite und HAM. Bis zur letzten Minute vor der ersten Vorführung des Lorraine auf der CES (Heimelektronikmesse) im Januar 1984 wurden neue Fähigkeiten eingebaut. Dale Luck war auf eine Methode gestoßen, mit Hilfe des Blitters Linien ganz schnell zu zeichnen. Bob Pariseau versuchte Dave Needle dazu zu bringen die hierfür erforderliche Verdrahtung vorzunehmen. Dave erzählt: »Bob faßte mich am Arm und wollte nicht loslassen. Da sprang Mitchie ihn an! Dieser Hund (er gehörte Jay Miner), den ich nie gemocht hatte, griff ihn einfach an und rettete mich. Da konnte ich nicht mehr nein sagen.« Diese Haßliebe zwischen Dave und Mitchie hindert Dave aber nicht daran, zu behaupten, Mitchie sei der echte »Vater des Amigas«. »Ich teilte mit Jay das Büro und habe alles mit eigenen Augen beobachtet: Nachdem Jay eine neue Schaltung skizziert hatte, zeigte er diese Mitchie. Knurrte der Hund, wanderte der Entwurf umgehend in den Papierkorb. Hechelte er oder wedelte er mit dem Schwanz, war der Entwurf akzeptiert. Eine einzige Zeitschrift hat das alles richtig berichtet: Da war ein Foto von Jay mit Mitchie auf dem Arm. Unten rechts bei Mitchie stand geschrieben 'Vater des Amiga' und oben links stand 'Jay Miner'.« Es waren harte Zeiten. Lange Arbeitstage, immer knappe Finanzmittel. Es war keineswegs unüblich, die Nacht durchzuarbeiten. Dale Luck entwickelte sich zum Meister des Nickerchens. Laut R.J. Mical trug er stets ein Kissen bei sich. Wann immer er wieder Code zum Kompilieren hatte, tippte er die erforderlichen Befehle ein, gefolgt von »Beep« (eine kleine Routine, die dem Computer eben ein Biep entlockte). Dann legte er den Kopf auf sein Kissen und schlief bis er vom Biepen geweckt wurde. Diese Gewohnheit führte zum Spitznamen »Joe Pillow«. Eine andere beliebte Methode wachzubleiben bestand darin, wie ein Berserker zu tanzen, daher der Spitzname »Dancing Fools«.
 
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